im Gespräch mit Christian Friedrich …
Howdy Christian, deine erste Saison bei den Karl-May-Spielen in Pullman City. Was hat dich an dem Engagement gereizt?
Howdy! Ich war sofort Feuer und Flamme, als das Angebot kam. Zum einen liebe ich den Western – es ist mein absolutes Lieblingsgenre. Dazu kommt die Vielseitigkeit der Rollen in Karl-Mays Welt: starke Figuren, spannende Konflikte, große Emotionen. Und natürlich: Karl May ist Kult. Teil dieser Festspieltradition zu sein, ist eine besondere Ehre.
Du wirst "Stewart" im diesjährigen Stück verkörpern. Kannst du uns die Rolle beschreiben?
Stewart ist ein vielschichtiger Charakter mit einer rauen, bedrohlichen Ausstrahlung. Er sagt wenig, aber was er sagt, hat Gewicht. Er ist clever, skrupellos, und tief in die dunklen Machenschaften der "Geierbande" verstrickt. Ich mag an ihm, dass er nicht schwarz-weiß ist. Man spürt: Da steckt mehr hinter dem harten Äußeren. Vielleicht ist es Gier, vielleicht Überlebensinstinkt – oder einfach das raue Leben im Llano Estacado, das ihn so gemacht hat.
Würdest du sagen, du und Stewart – ihr seid euch ähnlich?
Ein bisschen Stewart steckt schon in mir – zumindest in ganz kleinen Dosen. Er hat diesen leicht angeberischen Touch, diesen selbstsicheren Auftritt – und ich geb’s zu: So ein bisschen Showman steckt auch in mir, vor allem auf der Bühne. Aber abgesehen davon könnten wir wohl kaum unterschiedlicher sein. Stewart ist rau, manchmal skrupellos und verfolgt seine Ziele mit einer gewissen Kälte – das liegt mir persönlich ganz fern. Ich bin ein sehr herzlicher, liebevoller Mensch, eher fürsorglich als furchteinflößend. Ich lege viel Wert auf ein gutes Miteinander – privat wie auch im Ensemble.
Gerade deswegen macht es aber so viel Spaß, ihn zu spielen: Weil ich in eine komplett andere Haut schlüpfen darf. Und wer hat nicht mal Lust, auf der Bühne ein bisschen den Bösewicht raushängen zu lassen?
Worin liegt für dich die Schwierigkeit, diesen Charakter schauspielerisch darzustellen?
Die Herausforderung liegt in der Balance: Stewart darf nicht zum Klischee-Bösewicht werden. Ich muss seine Kälte und Härte glaubwürdig zeigen, ohne zu übertreiben. Da geht’s viel um Körpersprache, Präsenz, und darum, mit kleinen Gesten viel Wirkung zu erzeugen – manchmal ist Schweigen lauter als Worte. Auch die Gratwanderung zwischen „böse“ und „menschlich“ ist spannend – man will ja, dass der Zuschauer nicht nur abstößt, sondern auch rätselt: Wer ist dieser Mann? Warum ist er so?
Wie bereitest du dich speziell auf diese Rolle vor?
Ich arbeite an der Körperspannung, reduzierten Bewegungen und einer ruhigeren, tieferen Stimme. Außerdem schreibe ich mir oft eine kleine Hintergrundgeschichte zur Figur – das hilft mir, sie von innen heraus zu verstehen. Und natürlich ist auch das Zusammenspiel mit dem Ensemble ein wichtiger Teil meiner Vorbereitung.
Woher kommt deine Leidenschaft zur Bühne und wie bist du zur Schauspielerei gekommen?
Meine Leidenschaft für die Bühne kommt ganz klar aus der Liebe zum Spiel mit Rollen – und zur ständigen Veränderung. Mich fasziniert es, in verschiedene Charaktere zu schlüpfen, sie mit Leben zu füllen, ihnen Tiefe zu geben – besonders, wenn ich dabei frei improvisieren darf. Ich liebe es, Figuren zu entwickeln, sie nach und nach zu entdecken, Schichten freizulegen. Und auf der Bühne ist kein Moment wie der andere – jeder Abend fühlt sich neu an, weil das Publikum anders reagiert, weil ich mich anders fühle, weil einfach alles lebendig ist.
Was mir dabei besonders Spaß macht: Das Miteinander. Ich genieße es, mein Spiel mit meinen Mitmenschen zu teilen – sei es mit meinen Kolleg*innen auf der Bühne oder mit dem Publikum davor. Diese direkte Energie, dieser Austausch, die Reaktionen – das ist einfach magisch.
Hattest du schon mal ein besonders prägendes Erlebnis auf der Bühne?
Ja! Ich habe in einem Freizeitpark einen Cowboy gespielt – vor einer richtig großen Menschenmenge. Als ich in die Gesichter geschaut habe und das Staunen und die Freude gesehen habe, hat mein Herz tausend Sprünge gemacht. Dieses Gefühl vergesse ich nie.
Welche Rolle würdest du gern allgemein mal spielen wollen?
Ich liebe Bösewichte – ihnen kann man so viel Tiefe geben. Gleichzeitig würde ich auch gerne mal eine Rolle spielen, die emotional ganz anders gestrickt ist – sensibler, verletzlicher, vielleicht sogar gebrochen. Rollen, in denen es um echte Gefühle geht, um innere Kämpfe, um Nähe.
Was sind deine Ziele als Schauspieler?
Ich möchte langfristig Fuß fassen, neue Bereiche entdecken und viele spannende Menschen kennenlernen. Schauspiel ist meine Berufung – aber vor allem soll der Spaß nie verloren gehen. Solange ich mit Freude spiele, bin ich auf dem richtigen Weg.
Mit welchen drei Worten kann man dich am besten beschreiben – und warum?
Ehrlich, loyal, humorvoll. Ich sage, was ich denke und fühle. Ich stehe zu meinen Menschen. Und ich liebe es, andere zum Lächeln zu bringen.
Welche Hobbys hast du?
Cosplay – ich liebe es, in die Rollen meiner Kindheitshelden oder moderner Figuren zu schlüpfen.
Dann Reiten – das habe ich vor Kurzem für mich entdeckt. Und natürlich: Zeit mit Freunden verbringen, das darf nie fehlen.
Worüber kannst du richtig lachen und worüber ärgerst du dich?
Richtig lachen kann ich mit meinen Freunden – über Insider und Situationen, die nur wir verstehen. Ärgern tue ich mich manchmal im Privaten, wenn Kritik zu nah an mich rankommt. Beruflich bin ich da viel entspannter.
Dein Lieblingsreiseziel?
Tokio! Ich liebe die japanische Kultur – diese Mischung aus Tradition und Moderne, das Essen, die Ästhetik … einfach faszinierend.
Lieber Cowboy oder Indianer?
Ganz klar Cowboy! Das Auftreten, die Kleidung – und mal ehrlich: Nichts geht über einen schicken Cowboy-Hut oder?
Hier ist für dich die Möglichkeit, abschließende Worte an die Leser zu richten und sie davon zu überzeugen, "Unter Geiern" unbedingt in diesem Jahr anzusehen:
Ich lade euch alle herzlich ein, in diesem Sommer Teil von‚ Unter Geiern – Der Geist des Llano Estacado‘ zu werden. Lasst euch mitreißen von spannenden Momenten, überraschenden Wendungen und einer Geschichte, die den Atem anhalten lässt. Unser Ensemble gibt alles, um den Spirit von Karl May lebendig werden zu lassen – mit Leidenschaft, Herzblut und echter Wildwest-Magie. Und an alle Erwachsenen da draußen: Holt euer inneres Kind wieder hervor, kommt mit auf Abenteuerreise und spürt die Faszination, die Karl May seit Generationen entfacht. Wir freuen uns auf euch – Yeehaw!











