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im Gespräch mit Michael Knese …

Michael Knese startet auch in 2025 wieder als Bösewicht in die Karl-May-Spiele Saison in Pullman City. Er verkörperte in Perfektion 2024 den gnadenlosen Ölprinzen. In diesem Jahr wird er als Drahtzieher der Geierbande die Siedler hinters Licht führen, ob erfolgreich oder nicht wird sich rausstellen. Der gebürtige Amerikaner stand bereits auf zahlreichen Bühnen sowohl für Musical-, Film- und Theaterproduktionen und ist ebenfalls als Sänger auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs. Ein Künstler seinesgleichen durch und durch. 

Howdy Michael, direkt von der hohen See, ab in den Wilden Westen! Vom Kreuzfahrtschiff ab in den Bayerischen Wald. Worauf freust du dich am meisten, wieder hier in Pullman City zu sein?
Howdy und danke für die Einladung zum Interview! Ich freue mich am meisten auf die Möglichkeit, in dieser ganz besonderen Form des Theaters aufzutreten – gemeinsam mit den Kolleg:innen und den Tieren unser Publikum zu begeistern. Das Spiel auf einer so großen Fläche, mit großer Distanz zum Publikum, sowie die Unberechenbarkeit von lebenden Tieren (und Kindern) erfordern besondere Aufmerksamkeit – und genau das macht es spannend.

Auch in diesem Jahr wirst du wieder den Bösewicht im Stück „Unter Geiern“ verkörpern. Liegt dir die Rolle des Bösewichts besonders gut?
Ich denke, ja. Ich bin öfters bei anderen Produktionen auch als Bösewicht besetzt - unter anderem bei BEN HUR LIVE als Messala, Les Miserablés als Javert, Falco Meets Amadaeus als der Manager, Johnny Klein). 

Worin besteht die Schwierigkeit die Rolle eines Bösewichts zu spielen?
Meiner Meinung nach sind die Bösewichte die besten Rollen. Der „Gute“ kann nur so gut sein wie er die Hindernisse oder Konflikte, die ihm der Antagonist entgegensetzt. Die Darstellung eines Schurken bietet viel Raum für psychologische Tiefe. Gegensätze sind immer ein spannender Ausgangspunkt – zum Beispiel: eine grausame Tat, begleitet von zuckersüßen Worten. Das Unerwartete darzustellen, innerhalb des Rahmens gesellschaftlicher Konventionen zu agieren – genau solche Nuancen machen die Rolle für mich interessant.

Und wie stellst du dich dieser Herausforderung?
Es beginnt immer mit dem Skript – oder in unserem Fall mit dem Originaltext von Karl May. Ich suche immer wieder nach neuen Ideen in diesen Quellen. Meine persönliche Herausforderung ist es, eine Figur zu gestalten, die sich deutlich vom „Ölprinzen“ der letzten Saison unterscheidet. Deshalb habe ich mich bewusst entschieden, ganz frisch an die Sache heranzugehen – offen für neue Impulse. Ich bringe meine Ideen mit vollem Herzen ein und werde sie in der Probenphase mit unserem Regisseur Mike Dietrich abstimmen. Ich vertraue ihm sehr und möchte, dass meine Darstellung mit seiner Vision übereinstimmt.

Hand aufs Herz, wenn du auf der Bühne stehst, sieht das immer so leicht und unbeschwert aus. Aber hast du bevor es losgeht Lampenfieber?
Ja, auf eine Weise schon. Es ist kein lähmendes Lampenfieber, sondern eine freudige Aufregung. Ich möchte mein Bestes geben. Die Proben schaffen ein sicheres Fundament und ein vertrautes Umfeld, aber ich spüre trotzdem eine erhöhte innere Spannung – die ich inzwischen als „Achtung für das Publikum“ verstehe.

Wird das Lampenfieber mit jeder Aufführung weniger? Oder hast du bei der letzten Karl-May-Vorstellung in der Saison genauso viel Lampenfieber wie bei der Premiere?
Ja, es wird mit jeder Aufführung weniger, weil sich das Vertrauen in das Ensemble und den Ablauf immer wieder bestätigt. Die Wiederholungen in Proben und Vorstellungen geben mir Sicherheit. Und je mehr positive Erfahrungen man sammelt, desto mehr verwandelt sich Lampenfieber in Vorfreude.

Hast du ein spezielles Ritual, welches du vor den Vorstellungen durchführst? Wenn ja welches? Und hilft es dir gegen Lampenfieber?
Ich wärme mich stimmlich und körperlich auf – mein Pferd übrigens auch ;-)
Wir haben die besondere Aufgabe, unsere Pferde selbst zu pflegen, zu satteln und aufzuwärmen. Diese Zeit nutze ich, um mich ganz auf die nächsten Stunden zu fokussieren. Grundsätzlich habe ich gelernt, die Spannung – das, was man Lampenfieber nennt – in aktive Energie umzuwandeln. Es ist keine blockierende Energie. Ich verwandle sie in Vertrauen und innere Sicherheit. Denn wir alle haben dasselbe Ziel: Dass die Vorstellung besonders gut wird.

Und jetzt möchten wir dich gern noch ein bisschen mehr in privater Hinsicht kennenlernen:

Welche Hobbys hast du?
Ich halte mich mit Sport und geistiger Beschäftigung fit. Ich singe und spiele verschiedene Musikinstrumente. Ich bin leidenschaftlicher Motorradfahrer.

Worüber kannst du richtig lachen und worüber ärgerst du dich?
Ich lache gern über meine eigenen Missgeschicke – je älter ich werde, desto leichter fällt mir das. Wenn ich mein Ego zur Seite lasse, wird vieles einfacher.
Was mich ärgert? Ungerechtigkeit.

Gibt es für dich einen Lieblingsplatz in der Westernstadt Pullman City, an den du z.B. vor der Inszenierung gehst, um Kraft zu tanken, zur Ruhe zu kommen oder vielleicht ein Lieblingsrestaurant? Und wenn ja welchen Platz und warum ausgerechnet diesen?
Tagsüber bereite ich mich an meinen Lieblingsplatz vor. Ich sammele verschieden Holzstücke und nach den Vorstellungen sitze ich gerne am Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel. So was fehlt mir in der Großstadt - alle sollten das hier in Pullman City einmal erleben.