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14. October 2017Sie spielen nicht für Geld

Sie steht am Kontrabass, er spielt Ukulele, Akkordeon, Klavier und singt: Angie und Oli sind aus Pullman City nicht mehr wegzudenken. Fast immer, wenn die Dauercamper ein paar Tage hier verbringen, schnappen sie sich vormittags ihre Instrumente und fangen in der Mainstreet zu spielen an. Hillbilly, traditionelle Country Music, Blues. Spontan und unplugged. Ohne große Show, ohne Ansagen durchs Mikro, so, dass man sich als Zuhörer daneben auch unterhalten kann. Ohne Gage, einfach weil sie es lieben, Musik zu machen.
Oft gesellen sich noch ein paar Showleute mit Percussion-Instrumenten dazu. Indianer Roman zum Beispiel, „The Lucky Mike“ oder die Cowboys Jan und Donald. „Es gibt nirgends so eine Plattform wie hier“, schwärmt Angie, „es ist hier unwahrscheinlich unkompliziert.“

Die Stammgäste sorgen in der Mainstreet für Musik

Sie und ihr Mann Oli – zusammen sind sie „Angies Double Bass Duo“ – kommen regelmäßig aus Stuttgart in den Wilden Westen. Allein bis August haben sie schon mehr als 40 Nächte hier verbracht. „Unser Rekord waren 70 Nächte pro Jahr“, erzählt Oli und lacht. Auf die Idee, ohne Instrumente Urlaub zu machen, kommen sie schon lange nicht mehr.
Oli, der als Software-Entwickler arbeitet, spielt schon seit seiner Jugend Akkordeon. Mit der Ukulele fing er erst vor fünf Jahren an. „Gitarre wäre auch in Frage gekommen, aber sechs Saiten waren mir zuviel. Die Ukulele hat nur vier, das ist besser für mich“, sagt Oli. Angie spielte ursprünglich kein Instrument, fand aber die großen Kontrabasse schon immer toll. „Irgendwann ist dann einer da gestanden“, erzählt sie, „ich hab immer wieder Gabor vom Daniel D. Coates Duo zugeschaut und mich gefragt: Wie macht der das?“. Durch das Zusammenspiel mit ihrem Mann Oli hat sie es dann auch ganz zwanglos gelernt.
Zwanglos, so sind auch ihre Auftritte. Am Wochenende, vormittags meistens so zwischen 10 und 11. Aber nicht immer. Nur wenn sie da sind. Und wenn es sich spontan ergibt.