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21. December 2017Der König der Perchten

„Was willst du bei uns machen? Ein Pärchen-Treffen???“ - So haben Deddy Jeschke und Sepp Schöffmann reagiert, als Georg Schlögl ihnen im Jahr 2001 eine Idee für ein neues Event in Pullman City vorschlug. Beim besten Willen: Ein Pärchen-Treffen fanden sie, naja, etwas seltsam. „Sie haben sich null ausgekannt“, lacht Georg, Mitarbeiter in Goodman’s Indian Art Gallery in der Mainstreet. Dabei hatte er gar nichts mit Pärchen im Sinn. Sondern mit Perchten. Nur dass mit diesem Begriff im Passauer Raum damals noch keiner was anfangen konnte.

Mittlerweile ist das Internationale Perchtentreffen in Pullman City längst Tradition. Mehr als 1.000 Perchten, Hexen und Krampusse kommen jedes Jahr am 26. Dezember, um in der Mainstreet ein schaurig-schönes Spektakel aufzuziehen.

Georg Schlögl holt die Perchten in die Westernstadt

„Angefangen haben wir mit 150 Perchten“, erinnert sich Georg, der den alpenländischen Brauch, mit gruseligen Geistern die Dämonen des alten Jahres zu verscheuchen, zuvor in Österreich erlebt hatte. „Das mit den Masken hat mir gefallen. Da hab ich mir gedacht, das könnte auch für uns was sein“, erzählt Georg. Er lag richtig: Mit der Zeit gründeten sich in der Passauer Gegend immer mehr Perchten- und Hexengruppen, und auch aus Österreich und Südtirol registrierten sich jedes Jahr mehr Vereine für das Perchtentreffen. „Heuer im Januar lief die Anmeldung im Internet. Innerhalb von sieben Tagen war die maximale Teilnehmerzahl erreicht. Ich musste über 30 Gruppen absagen, wir hätten 2.000 Perchten haben können“, sagt Schlögl. Zum ersten Mal sei heuer eine Schweizer Gruppe dabei.

Besonders sind auch die „Schönperchten“, die heuer zum dritten Mal dabei sein werden. So kommen zum Perchtentreffen nicht nur grausige, lärmende und nach Schwefel riechende männliche Gestalten, sondern auch feengleiche, himmlische Wesen in weiblichen Körpern. Aber keine Sorge: Ein Pärchen-Treffen wird es immer noch nicht: Die Männer und Damen ziehen in ihren hässlichen und elfenhaften Kostümen getrennt durch die Mainstreet.