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17. Oktober 2019Rund 40.000 Besucher haben "Winnetou" gesehen

Am Samstag und Sonntag letzte Aufführungen der Show in Pullman City

Stefan Wimmer sitzt nachdenklich auf der leeren Zuschauertribüne: „Wenn wir am Samstag und Sonntag das letzte Mal die Karl May-Show spielen, wird das schon ein bisschen traurig für mich“, bekennt der 32-Jährige Eginger. Er mimt bei „Winnetou und der Fluch des Goldes“ den durchtriebenen Banditenboss „Colonel“. Ein unsympathischer Charakter, eine fordernde Rolle, die erste Rolle seines Lebens, mit dem meisten Text und einem dramatischen Ende. Vielleicht gerade deshalb ist sie Stefan Wimmer so ans Herz gewachsen. Doch mit seiner Wehmut ist der Nachwuchs-Darsteller nicht alleine: Allen in der Westernstadt ist die neu inszenierte Show ans Herz gewachsen. Winnetou (Ivica Zdravkovic), Old Shatterhand (Thomas Stockinger), die acht weiteren Hauptdarsteller und die mehr als 30 Komparsen haben das Publikum und das Pullman-Team im Sturm erobert.

Pro Aufführung sind rund 55 Menschen beschäftigt

„Die Show ist ein riesiger Erfolg. Sie hat unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen“, erklärt Sheriff Claus Six mit Blick auf die Spiel-Saison, die mit der Premiere am 11. Mai begann. „Wenn am kommenden Sonntag die 49. und letzte Show in Applaus übergeht, werden rund 40 000 Menschen sie gesehen haben“, überschlagen die beiden Geschäftsführer. Knapp eine Million Euro hatten sie vorab in die neu gebaute Freilichtbühne mit Westernstadt-Kulisse, „feuerspuckendem“ Kunstfelsen und Naturtribüne investiert – und da sind die Schulungstage für den Umgang mit Theaterwaffen, die Kosten für Requisiten und Kostüme, die Pyrotechnik und die Künstlergagen nicht mitgerechnet. „Inklusive Ton & Technik sind pro Show 55 Menschen beschäftigt“, zählen Six und Grünberger auf, „es war ein Wagnis und es hat sich gelohnt. An den Tagen, an denen Winnetou aufgeführt wurde, sind bereits ab der Mittagszeit deutlich mehr Besucher in die Westernstadt gekommen als sonst.“ Diese gute Resonanz bestärken die Geschäftsführer jetzt darin, an der ohnehin langfristig geplanten Zusammenarbeit mit Textbuch-Autor und Regisseur Mike Dietrich fest zu halten. „Wenn Mike Dietrich etwas macht, dann macht er es richtig. Mit seinem Engagement für die Karl May-Show bringt er die ganze Westernstadt voran“, sagen Ernst Grünberger und Claus Six.

Große Karl May-Spiele ab 2020

„Es war eine tolle Saison. Wir haben ein sehr gutes Ensemble gefunden. Die Arbeit hier erfüllt mich sehr. Ich bin angekommen“, schwärmt seinerseits Regisseur Mike Dietrich, der aus Berlin stammt. Obwohl er seinen Wohnsitz in Bad Segeberg hat, war er fast bei jeder Aufführung im Technikhäuschen dabei. Die letzte Aufführung vom „Fluch des Goldes“ ist noch nicht über die Bühne gegangen, da schreibt er schon am Stück für die Saison 2020. „Wir spielen ,Winnetou und das Geheimnis um Old Surehand‘. Diese mystische Handlung in Szene zu setzen, ist schon lange mein Traum. Statt einer 45 minütigen Show werden es richtige Karl May-Spiele – mit einer Dauer von 90 Minuten und einer Pause nach der ersten Hälfte“, verrät Mike Dietrich. Neben den bereits bewährten Pferden sollen Bisons und ein Wolf für Gänsehaut-Feeling sorgen. Bei der Entwicklung der Handlung lässt sich Mike Dietrich wie bisher stark von Karl Mays Buchvorlagen inspirieren. Als Winnetou hat Pullman City wieder Ivica Zdravkovic verpflichtet. Der Schauspieler und Stuntman aus dem ehemaligen Jugoslawien könnte Pierre Brice nicht ähnlicher sehen. Wenn er mit wehendem Haar zur bekannten Melodie einreitet, bekommen viele Zuschauer Gänsehaut, fühlen sich an die Filme und Spiele ihrer Kindheit erinnert – was vielleicht einen Teil des Erfolges ausmacht.

Premiere der Karl May-Spiele ist am 11. Juni 2020

Die Premiere der „Karl May-Spiele Pullman City Bayern“ wird am 11. Juni 2020 sein. Bis 6. September sind 53 Abend-Aufführungen geplant (Voraussichtlich Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Samstag und Sonntag). Der Eintritt wird wieder im Tagesticket inbegriffen sein, so dass es sich für die Besucher besonders lohnt, wenn sie schon tagsüber kommen und . Die Suche nach geeigneten Darstellern für die wichtigsten Sprechrollen hat bereits begonnen, darunter vier männliche Reiter. Bewerbungen sind bis 31. Oktober möglich. Das Casting ist für 25. November angesetzt.

Keine Frage, dass Stefan Wimmer dabei sein will. Doch vorher wird er der Rolle, mit der er sein schauspielerisches Talent entdeckte, die letzte Ehre erweisen: „Ich werde den Colonel symbolisch begraben. Und dann werde ich mit Dankbarkeit die Saison beschließen und mich aufs nächste Jahr freuen“, sagt er. Im Mai beginnen die Proben. In welcher Rolle, ist noch offen. Hauptsache, dabei sein.

Die letzten beiden Winnetou-Shows für diese Saison werden am Samstag, 18.30 Uhr und am Sonntag, 17 Uhr gezeigt.