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6. Mai 2019Zimperlich ist was anderes

Minas Textilwerkstatt ist während eines Hagelschauers leider „abgesoffen“, und die Herzog Tassilo Ritter wichen mit ihren spektakulären Turnieren von der neuen Karl May-Bühne in die überdachte Showarena aus. Doch ansonsten ließen sich die Mittelalter-Fans beim 1. Pullman City Spectaculum vom nass-kalten Wetter nicht aus der Ruhe bringen und genossen überall die gute Stimmung. Zimperlich durfte man ohnehin nicht sein im Mittelalter. Das wurde bei der Medicus-Show der Gruppe „Malleus Medicinae“ aus Bayreuth deutlich.

Medicus-Show

Deren Darsteller sind zum Großteil auch im echten Leben Mediziner. Sie führten glaubhaft vor, wie man im ausgehenden 15. Jahrhundert einen Zahn zog, Abszesse behandelte, Urin prüfte, einen Aderlass durchführte und Unterschenkel amputierte. Echtes Blut floss natürlich nicht, aber ansonsten wirkte alles recht authentisch an ihrer Präsentation. Übrigens: Schon im Mittelalter haben diese Kundigen ihre Dienste mit Scheinbehandlungen angekündigt – medizinische Werbeshows quasi, die ihre Kompetenz unter Beweis stellen sollten.

Jolandolo vom Birkenschwamm

Als überaus fähig erwies sich auch Gaukler Jolandolo vom Birkenschwamm, der mit – manchmal derben Späßen – Klein wie Groß zum Lachen brachte. Immerhin schafft dieser schräge Typ nicht nur, ein zweibeiniges alpines Stinktier zu hypnotisieren und psychedelisch mit nano-technischen Gummi-Enten zu jonglieren. Nein, er kann sogar mit zwei Flöten in den Nasenlöchern fehlerfrei „Freude, schöner Götterfunken“ blasen.

 

 

Kaiserliche Akeley Maximilian von Habsburg

Unter dem Namen „Kaiserliche Akeley Maximilian von Habsburg“ hatten sich Landsknechte aus verschiedenen Landkreisen in einem Lager versammelt. Das Zusammensein, das Kochen am Feuer bringe ihn „back to the roots“, erklärte „Hauptmann“ und Organisator Wolfgang Stocker aus Vilshofen, der aus Geschichtsinteresse und Spaß an der Freude seit 20 Jahren mittelalterlich unterwegs ist.

Mina, Daniel und Marina mit Kindern

Ähnlich sehen es die Besucher Marina und Daniel aus der Nähe von Regensburg. „Wenn man sich selbst seine Kleidung macht mit den Mitteln, die es damals gab, wirkt das entschleunigend“, erklärt Daniel. „Der Kopf wird freier“, findet Marina.

 

 

Alle Lagergruppen präsentierten eine Vorführung

Weitere Darsteller im Lagerleben waren der Verein Alt Tilly, die Drachenkrieger, die Riddari Leon, die Celtics, die Wikinger Streif Ulver, Viator Majorum Memoria, die Kinder Iduns und die Bärenfänger. Alle Lagergruppen präsentierten zusammen eine Vorführung mit geschichtlichen Informationen und stellten Auszüge einer Feldschlacht dar. Für die passende Musik sorgten Trollfaust, Totus Gaudeo und die Spielleut Eichelheer. An Händlerständen konnten sich die Besucher nach mittelalterlichen Accessoires umsehen.

„Die Mischung Cowboys und Ritter passte gut, und es ergaben sich viele fachliche Gespräche über die Geschichte“ - so das Fazit von Eventmanagerin Christina Hauzenberger. Der Termin für das nächste Spectaculum steht bereits: Von 1. bis 3. Mai 2020, gleich nach dem Hexentreffen in der Walpurgisnacht am 30. April.

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