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17. Mai 2019Wie näht man eine Indianer-Leggins?

Wie näht man eine Indianer-Leggins? Wie ein authentisches Siedler-Hemd? Und das schöne Ledergewand von Old Shatterhand? Schneiderin Tanja Schiller wusste das anfangs auch nicht. Aber seit sie vor fünf Jahren zu uns kam, hat sie eine Menge darüber herausgefunden. „Die Hobbyisten zeigen mir Fotos oder zeichnen mir auf, wie die Kleidung früher aussah. Schnitte dazu gibt es kaum. Also muss ich mir selber überlegen, wie man sowas machen könnte. Da wird es nicht langweilig. In heißen Phasen können schon ein paar schlaflose Nächte dabei sein“, sagt Tanja und lacht. Gelegentlich hat sie die besten Einfälle im Bett.

Tanja und Eva statten das Winnetou-Showteam mit Kostümen aus

Seit Anfang des Jahres sind sie und ihre Kollegin Eva Kingl damit beschäftigt, unermüdlich die Kostüme für die neue Winnetou-Show zu schneidern. Früher nähten die Kolleginnen Trachten-Lederhosen, doch diese Arbeit ist hart – und eintönig. In der Pullman City-Schneiderei über dem Western Store dagegen sind Einfallsreichtum und Flexibilität gefragt. Letzten Advent zum Beispiel: Da kreierten die Schneiderinnen in wochenlanger Arbeit die edlen und phantasievollen Kostüme für Aschenputtel, Väterchen Frost und die Heiligen Drei Könige. In einem großen Schrank bewahren sie die Schätze für den nächsten Winter auf.

Außerdem statten Tanja und Eva unsere Bedienungen, Kassiererinnen, Kinderbetreuerinnen und Büroleute mit authentischer Kleidung aus. Sie übernehmen Änderungen und Sonderanfertigungen für die Showleute und Authentiker – und nähen Blusen, Hemden, Röcke, Westen und Hosen für die Kundschaft unseres Western Stores. Um die richtigen Stoffe und die Koordination kümmert sich Chefin Marianne Six.

„Letztens kam eine Kundin, die sehr groß ist und nirgends einen Rock fand, der lang genug für sie war. Der konnten wir natürlich helfen. Sie hat sich total gefreut“, erzählt Tanja – und freut sich mit. Also einfach mal im Western Store vorbei schauen! Oder die Winnetou-Show und die American History Show einmal unter dem Aspekt der Mode betrachten. Denn da steckt jede Menge Arbeit dahinter. Und Liebe. „Es ist ein Miteinander bei uns, wir helfen uns gegenseitig“, sagt Tanja.