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16. Juli 2019Country Fans sind treue Seelen

Festival in Pullman City trotz gemischtem Wetter gut besucht

Das Wetter war ein bisschen unzuverlässig am Wochenende, doch dafür sind Country Fans einfach treue Seelen. Da konnte es ruhig ein bisschen frischer sein: Beim Country Music Festival in Pullman City zauberten die Musiker auf allen vier Bühnen eine super Stimmung. Glücklich waren vor allem die Fans des kroatischen Sängers „Zack Dust“: Kurz vor seinem Auftritt hörte es zu regnen auf, so dass seinem Open Air-Konzert in der romantischen Hudson Bay nichts entgegen stand. Wer es richtig warm wollte, der war in der Music Hall bestens aufgehoben: Dort heizten „Daniel T. Coates“, die „Music Road Pilots“, „Jessica Lynn“ und „Nighthawk“ den Besuchern ein. „Viele Bands kennen sich untereinander gut. So kommt es, dass der eine mal bei den anderen Gitarre mitspielt, oder eine Band spontan Unterstützung von dem Sänger einer anderen Gruppe bekommt“, beschreibt Event-Managerin Christina Hauzenberger die entspannte Stimmung unter den Musikern. Diese übertrug sich unmittelbar auf das Publikum. Die Showarena platzte vor außergewöhnlich vielen Linedancern fast aus den Nähten. Nur ein Problem hatten die gut gelaunten Country-Fans: Sie wussten bei den vielen Bands gar nicht, wo sie als erstes hin sollten. Die Lösung war ein „Wandertag“. Das heißt: sie zogen von Bühne zu Bühne, um auch alles mitzubekommen.

„Wo kriegt man schon sowas?“

Das fragten Uta und Jochen Lemke aus Rosenheim, „hier kannst du gemütlich an vier Stellen Country Musik hören, das ist absolut angenehm.“ Schon seit Monaten hat sich Jochen darauf gefreut, in der Mainstreet ein Pitcher Bier zu bestellen, seiner Frau und sich ein Glas einzuschenken und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Die beiden blieben das ganze Wochenende, übernachteten auf dem Campingplatz, genossen die Shows, das gute Essen, die Musik. „Besonders gut gefällt's uns in der Hudson Bay“, sagt Uta Lemke, die aus Passau stammt.

Sänger Zack Dust: „I love it“

Mal singt er unheimlich tief und samtig, mal glockenhell und klar. Er spielt Coverstücke genauso wie seine eigenen Songs, weniger in seiner Heimat Kroatien, umso mehr in den USA. Dort hat Sänger „Zack Dust“ (35) fast zwölf Jahre gelebt, gesungen und gespielt. „Ich habe schon als kleiner Junge Lieder geschrieben. An Country mag ich die Geschichten, die aus dem echten Leben kommen. Country Music ist einfach und gleichzeitig komplex. Ich liebe besonders die Texte von Chris Christofferson, sie sind wie Poesie.“

Und wie gefällt es einem, der die USA gut kennt, in Pullman City? „I love it“, sagt Zack, „es ist keine Maske, es ist authentisch. Wir Musiker fühlen uns sehr wohl hier, und ich denke, auch die Gäste. Auch meine beiden Söhne sind begeistert. Ich könnte jede Woche herkommen. Diese unsere Zeiten sind so schnell. Hier kann man entschleunigen und sich fühlen wie in der guten alten Zeit.“

„Cowboyfeeling, Lagerfeuer, Pferde, Linedance“

Das sind die Gründe, warum Nina Missum (22), und Thomas Promersberger (24) mit den „Green Hill Billlies“ aus Kempten immer wieder nach Pullman City kommen. Schon vor Wochen fingen sie an, dem Vereinsausflug in den Wilden Westen entgegenzufiebern. „Vor allem die Daniel T. Coates Band hat es uns angetan“, sagen die jungen Linedancer die wir 2015 schon einmal fotografiert und interviewt haben.

28 Frauen, 1 Mann

Ludwig heißt er – und er fährt jede Woche 50 Kilometer einfach, um seine Damen in Steinhausen an der Rottum (Baden-Württemberg) im Linedance zu unterrichten. Zusammen nennen sie sich die Stonehouse Liners, und das Country Music Festival in Pullman City ist für sie ein Muss. Nicht nur in der Showarena, wo am Freitagabend Michelle Ryser auf der Bühne stand, kamen sie auf ihre Kosten. „Just for fun“ heißt ihr Motto, was aber nicht heißt, dass sie sich keine Mühe geben. „Nächstes Jahr lernen wir dann um“, kündigt Ludwig scherzhaft an, „Table Dance“. Die Damen nehmen's ihm nicht krumm und lachen: „Das sagt er jedes Jahr.“

Die Youngsters

Im vergangenen Jahr waren nur die Mädels mit ihren Eltern da, heuer hatten sie ihre Boyfriends dabei. „Wir mögen Country Music, und in Pullman City lernt man immer neue Leute kennen“, sagen Patrick, Jessica, Marie, Fabian, Leonie und Robin aus Moosburg bei Landshut.

 

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