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14. Juli 2018Studium geschmissen, Cowgirl geworden

„Ich hab immer gedacht, das geht nicht“, sagt Ivanka, „doch es geht eben schon.“ Die 21-jährige Fränkin reitet seit ihrer frühen Kindheit, aber mit Pferdeshows ihr Geld zu verdienen – das schien außerhalb des Möglichen. Also machte Ivanka den Realschulabschluss, das Abi und dann das, was sich ihre Eltern so schön für sie vorstellten: Jura studieren. Fünf Semester. Dann brach sie ab: „Es war nicht das, was ich wirklich machen wollte."

"Einige Tricks konnte mein Pferd Fernando schon"

"Also hab ich mich in Pullman City beworben und wurde genommen“, erzählt Ivanka. Seit März ist sie da, mit Fernando und ihrem zweiten Pferd Amar, beide sieben Jahre alt, beide Araber.

Ihre Eltern haben sie schon besucht im Wilden Westen, finden es toll hier. Dass ihre Tochter jetzt das Leben eines Cowgirls führt, können sie noch nicht ganz fassen. „Aber seit ich mich dazu entschlossen habe, unterstützen sie mich“, sagt Ivanka, „in Pferden steckt so viel mehr drin, als die Leute wissen und erwarten. Pferde sind so unglaublich schlau, die Menschen merken gar nicht, wie sie oft von ihnen an der Nase herumgeführt werden.“

Und wie bringt man einem Pferd die verschiedenen Tricks, die man aus dem Zirkus kennt, bei? „Auf alle Fälle mehr mit Lob als mit Strafe. Und wenn mein Pferd mehrfach nicht versteht, was ich von ihm will, dann muss ich einen anderen Weg versuchen, eine andere Methode finden, um ihm den Trick beizubringen.“

Oft kommt Ivanka über ihre Pferde mit den Westernstadt-Besuchern ins Gespräch, lässt Kinder ihre Pferde streicheln und Eltern sie dabei fotografieren. Mit Fernando zeigt sie Tricks, auf Amar will sie sie sich später im Trickreiten versuchen. Ihr Ziel ist es, irgendwann mit beiden Pferden gleichzeitig aufzutreten.

Und wie fühlt sich eine junge Frau aus dem Ballungsraum Nürnberg-Fürth-Erlangen im wilden Westen von Niederbayern? „Super. Heimweh hatte ich noch keine Sekunde. Die Leute sind sehr herzlich hier, ich fühlte mich gleich willkommen. Abends sitzen wir ganz klischeehaft im Saloon. Es ist ein verrückter Arbeitsplatz, und jeder hier ist ein Charakter-Kopf, hat seinen Stolz. Das gefällt mir.“