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24. Mai 2016100. Hochzeit in Pullman City

 

Niki (29) und Ruedi Nef (35) mochten sich schon länger sehr gern, wohnten zusammen auf einer Ranch in Bischoffzell in der Schweiz. Als Niki heiratete und zwei Kinder bekam, geschah das aber nicht mit Ruedi. Der war damals ihr Trauzeuge und bester Freund. Bis der Zeitpunkt kam, an dem Niki ihm gestand, dass sie in ihrer Ehe nicht mehr glücklich sei und am liebsten alles hinter sich lassen würde. Auch Ruedi war es in der Ranch-WG zu eng geworden. Als Freunde beschlossen die beiden, wegzugehen. Niki quartierte sich mit den Kindern vorübergehend bei ihrer Mutter ein, und aus Ruedi wurde ihr neuer Partner und Vater ihres dritten Kindes. Am 21. Mai haben sich die beiden Westernreiter in Pullman City das Ja-Wort gegeben.

Ein außergewöhnlicher Tag nicht nur für Braut und Bräutigam, sondern auch für Pullman City, denn: Niki und Ruedi sind das 100. Paar, das sich von „Friedensrichter Big Al“ hier trauen ließ. In schlichter Südstaaten-Kleidung betraten sie die kleine und weißgetünchte St. Joseph’s Church. Während die Pullman City-Marshalls vor der Türe Wache hielten, fand drinnen eine feierliche Zeremonie statt. Big Al regte mit persönlichen Worten zum Nachdenken an, Lady Jill und Musiker Joe Mills berührten die Hochzeitsgesellschaft mit romantischen Countryliedern. „Es war noch schöner, als wir es uns vorgestellt hatten“, sagte Ruedi später.

Wenige Stunden zuvor hatte sich das 99. Paar getraut: Die Hobbyisten Daniela (33) und Thomas Goldschmidt (36), deren Familien aus Wien und Magdeburg anreisten. Das aufwändige Hochzeitskleid hatte sich die Braut extra nähen lassen. Fesch hergerichtet stieg sie aus der Postkutsche, um sich von ihrem Thomas in die Kirche geleiten zu lassen. Als Lady Jill und Joe Mills zweistimmig „The Rose“ von Bette Middler sangen, tupfte sich Daniela Glückstränen aus den Augen. Am Nachmittag ließen sich die beiden Hochzeitspaare in der Mainstreet feiern. Während der American History Show fuhren sie in der Postkutsche mit, davor hatten sie zusammen mit weiteren Paaren einen Hochzeitswalzer getanzt. „Es ist ein Tag der Freude und der Dankbarkeit“, sagte Big Al, der die Ehe mit dem Bau eines soliden Familienhauses verglich. Es brauche ein solides Fundament des Verliebtseins, den Rohbau des Zusammenraufens, das Dachgebälk der Dauerhaftigkeit und schließlich den Zimmermann, der den Richtspruch spricht. Danach kämen die vielen Kleinigkeiten des Innenausbaus, die Kinder, Enkel und Urenkel, und man sei zuhause im „Eigenheim der Ehe“.

Heiraten in Pullman City

Heiraten konnte man in Pullman City schon immer, doch erst, seit Big Al alias Axel Bremser 2010 von den ehrenamtlichen Pullman City-Marshalls offiziell zum Friedensrichter der Westernstadt vereidigt wurde, hält er vermehrt Trauungen ab. Waren es anfangs nur fünf Hochzeiten pro Saison, heiraten pro Jahr mittlerweile bis zu 30 Paare in der Westernstadt. Viele erneuern hier auch stimmungsvoll ihr Eheversprechen. Man kann wählen zwischen einer Special Western Trauungszeremonie in der kleinen St. Joseph’s Church, einer indianischen Zeremonie mit Hunting Wolf im Mandan Erdhaus oder einer freien Trauung vor romantischer Wild West Kulisse. Ablauf, Blumenschmuck, Sektempfang, Kaffee & Hochzeitstorte, Buffet, Übernachtungen zum Beispiel im Palace Hotel und vieles mehr organisiert die Abteilung Gruppenevents unter der Leitung von Verena Wurm mit der Wedding Plannerin der Westernstadt, Lady Jill. „Das Besondere an unseren Hochzeiten ist, dass sie so frei sind. Sie müssen weder dem Gesetz noch der Kirche gerecht werden. Dafür schafft das Western-Flair den Paaren den entspannten Rahmen, den sie sich wünschen“, erklärt Lady Jill. Kürzlich haben sich zwei Männer in Pullman City getraut, demnächst stehen zwei Frauen miteinander vor dem Altar. „Paare können bei uns auch ihren Honeymoon verbringen, ab Herbst zum Beispiel in unserem neuen Hotel im mexikanischen Hacienda-Stil“, sagt Lady Jill.

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