Die Geschichte der Familie Thomas Julius Bedford Bragg

Im Jahre des Herren 1841 erblickte der kleine Thomas Julius Bechtold im badischen Karlsruhe in Deutschland das Licht der Welt. Er war der Sohn des Handwerkers Julius Bechtold und seiner Frau Carola. Drei Jahre nach seiner Geburt beschlossen die Bechtolds, ihr geliebtes Baden hinter sich zu lassen und der Einladung von Julius´ Bruder Herbert zu folgen und in den Vereinigten Staaten von Amerika ein neues Leben und ihr Glück zu suchen.

Als geschickter Handwerker, der er war, plante Julius, in der Firma seines Bruders zu arbeiten, der mit einigen der großen Kupferminen in Arizona Dienstleistungsverträge über Zimmermanns- und Tischlerarbeiten abgeschlossen hatte. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Die wagemutigen Deutschen wurden auf Ihrer Reise zur neuen Heimstatt von einer Gruppe Chiricahuas angegriffen. Die Eltern wurden getötet und der kleine Thomas von den Apachen mitgenommen, so wie es damals in diesem wilden Land immer wieder vorkam. Thomas lebte nun bei einer Gruppe der Nedniapachen und ging als kleiner Junge durch die harte Schule der Erziehung zum Krieger.

Er lernte alles, was ein Chiricahua wissen musste. Er verinnerlichte ihre Art zu leben und zu denken und wurde ein vollwertiges Mitglied der Gruppe. Er lebte nach ihren Traditionen und Regeln und seine weißen Wurzeln waren nur noch Erinnerungen in der Ferne. So lebte er zufrieden bis zu jenem Tage, als er an einem Raubzug hinüber nach Sonora teilnahm. Der Trupp hatte in Old Mexiko gute Beute gemacht und trieb einen kleinen Lastzug vollbepackter Maultiere und eine kleine Rinderherde zurück in Richtung der Berge, in denen ihre Gruppe das Camp aufgeschlagen hatte.

Plötzlich gerieten sie in den Hinterhalt einer Kompanie US-Soldaten, die den Auftrag hatte, die gestohlene Rinderherde abzufangen, die die Apachen zurück auf amerikanischem Boden einem Rancher weggetrieben hatten. Thomas wurde bei dem Angriff verwundet und kam als Gefangener zurück in die Welt der Weißen. Er erholte sich sehr schnell von der nicht all zu schweren Verwundung und wurde schließlich zu seinem Onkel Herbert gebracht, der mittlerweile im Bundesstaat Georgia lebte und hier ein florierendes Holzverarbeitungsunternehmen führte. Der hatte zwischenzeitlich auch seinen deutschen Namen in den englischen Namen Bragg ändern lassen und so wurde Thomas zu Thomas Julius Bragg, als er den Namen seines Onkels annahm.

Es war sehr schwer für Thomas, sich in der Welt der Weißen zurechtzufinden, die für ihn so neu war. Er musste die englische Sprache erlernen und die Regeln und Konventionen der weißen Zivilisation, ihre Lebensart und die Kultur. Lange Zeit noch hegte er insgeheim den Gedanken, nachts einfach wegzuschleichen und zu seinem Apachenvolk zurückzukehren. Aber seine neue Familie gab ihm viel Liebe, Verständnis und das Gefühl, dazuzugehören, und ganz allmählich festigte sich das Band, das Thomas mit seiner neuen Heimat und Familie verband und der Gedanke an Flucht verschwand mehr und mehr aus seinem bewußten Denken.

So wuchs Thomas in die Welt der Weißen hinein und heiratete im Jahre 1860 schließlich seine Frau Sue, die ebenfalls deutsche Wurzeln hatte. Als im Jahre 1861 der Bürgerkrieg ausbrach, meldete sich Thomas freiwillig zur Fahne seiner Heimat Georgia und kämpfte mit Hingabe für sein Land. Er wurde fünfmal verwundet, aber er kehrte als Veteran der 7ten Georgia Kavallerie aus dem Krieg zurück. Zu Ehren eines Kameraden, der ihm dreimal das Leben gerettet hatte, nahm er dessen Vornamen in seinen Namen mit auf und widmete sich fürderhin als Thomas Julius Bedford Bragg ganz seiner Rolle als sorgender Familienvorstand, erfolgreicher Partner in der Firma seines Onkels und angesehenes, dem alten Süden immer noch treu verbundenes Mitglied seiner Heimatgemeinde. Aber tief in seinem Inneren hörte er nie auf, ein Apache zu sein…

Hütte 9 Pullman City Authentikbereich
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