Spinnerin und Färberin Gerda

Meine Eltern, Maria Auguste und Leonhard Preininger waren angesehene Tuchmacher aus Landshut und wanderten auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Lage in Deutschland 1749, nach Amerika aus. Mein Vater baute sich in Boston einen kleinen Tuchmacherbetrieb auf. Ich erblickte 1753 das Licht der Welt. Ich war somit die erste echte Amerikanerin in unserer Familie. Da meine Eltern sparsam und fleißig waren, konnten wir von der Tuchmacherei gut leben. Jedoch forderte der englische König immer mehr Steuern und außerdem hatten die Kolonisten kein Mitspracherecht im britischen Parlament. Das sorgte auch bei meinem Vater für Unmut und so schloss er sich den „Sons of Liberty“ an. Bei den Treffen lernte er auch den jungen Tuchmacher Ludwig Josef Loderer kennen und brachte ihn öfters mit nach Hause. Wir verliebten uns ineinander und heirateten kurze Zeit später. Wir siedelten in`s Mohawk Tal in der Nähe von Albany ,um. Wir bekamen unsere beiden Töchter Auguste und Katharina. Leider währte unser Glück nicht lange. Ich verlor meinen Mann 1777 bei der Schlacht von Oriskany. Er diente dort als Milizionär unter General Nicolas Herkimer.

Da für mich das Leben als Witwe mit zwei kleinen Kindern, im Mohawk Tal zu belastend war, zogen wir wieder zurück zu meinen Eltern nach Boston. Als diese verstarben, hinterließen sie mir ein bescheidenes Vermögen, das mir das Leben in Unabhängigkeit ermöglichte. Mit meiner Wollfärberei und Weberei erwarb ich mir noch ein zusätzliches Einkommen und lebe nun, da meine Töchter erwachsen sind und eigene Familien gegründet haben, allein mit meinem Hund Jack, zurückgezogen und zufrieden in meinem Haus in Boston.