Die Northson's in der "neuen Welt"

Als im November 1863 der dänische König die Armee nach Schleswig beorderte, setzten die Brüder Hösvir, Fjalli und Svelgur Northson mit Ihren Frauen Ida, Elja und Jodis ihren bereits lang gehegten Wunsch der Auswanderung ins „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ schneller in die Tat um, als erwartet. Auch der Älteste der Brüder, genannt Ulf, schloss sich Ihnen an. Es wurde alles in die Wege geleitet, schnellstmöglich die Heimat hinter sich zu lassen. Als im Dezember 1863 die Armeen Österreichs und Preußens in Holstein einmarschierten, brach die Sippe in Eile auf. Sie erreichten Hamburg unter widrigsten Umständen und auf unwegsamen Pfaden. Neujahr 1864 setzten die Northson´s mit dem Schiff „Bavaria“ über den Atlantik ins ferne New York über.

Kurz darauf, am 1.Februar 1864 brach der Deutsch-dänische Krieg aus. Nach zwei unangenehmen Wochen auf hoher See erreichte die Sippe an einem kalten Morgen New York. Sobald das Wetter es zuließ, machten sie sich mit der Eisenbahn auf nach Iowa. Um sich dem hier tobenden Krieg zwischen den Konföderierten und der Union zu entziehen, reisten sie ohne Zwischenhalt sofort weiter in die „Territorien“ nach Nebraska. Einen halben Tagesritt vor der Stadt „Grand Island“ ließen sich die Northson´s nieder und beschlossen, mit Ackerbau, Viehzucht und Jagd, ihr Leben zu bestreiten. Der Älteste der Brüder war Schmied und übte das Handwerk auf der Farm aus. Zwei der Brüder bewohnten ebenfalls dauerhaft mit ihren Frauen die selbst erbaute kleine Farm, die sie bewirtschafteten, während der vierte Bruder mit seiner Frau sich um Vieh und Jagd in den Weiten der Prärie und den Wäldern aufhielt. Dort machten sie auch Bekanntschaften mit diversen zwielichtigen Personen... Nach Ende des Krieges 1865 trafen sie eine dieser Bekanntschaften wieder, die sich den Beiden anschloss. Der kriegsmüde William „Grumpy“ Anderson war aus seiner Heimat Texas aufgebrochen, um den Besatzungstruppen der siegreichen Union zu entgehen. Kurz vor den Wintermonaten kehrte der Bruder mit seiner Frau Jodis und dem Kriegsveteranen „Grumpy“ heim zu seiner Sippe. Dort fanden sich alle in den beengten Verhältnissen der Hütte miteinander ein. Sie verbrachten die kalten Tage mit Schmieden, Weben, Färben, Lederarbeiten und allerlei Handwerk, um so bis zum Frühjahr zu überleben und Vorräte aufzufüllen. Im Jahr 1870 fühlten Sie sich der Gegend so verbunden, dass sie ihr kleines Gehöft nach dänischem Vorbild „Kronborg“ nannten. Heute zeugt in der Ortschaft Kronborg die lutherisch-dänische Kirche St. Johannes von den dänischen Siedlern mit nordischen Wurzeln.